Haltung & Pflege

Duschen? Nein danke – alternative Abkühlungsmethoden für Pferde

In in letzten Artikel ging es darum, wie du dein Pferd korrekt abduscht, ohne dass es evtl. Schäden davonträgt. An manchen Ställen ist aber vielleicht kein fließendes Wasser vorhanden oder dein Pferd lässt sich partout nicht mit dem Wasserstrahl abspritzen, egal wie viel Geduld und Mühe du in ein Training steckst. Dafür stelle ich dir heute ein paar alternative Abkühlmöglichkeiten vor.

Wasserbottiche

Abschwammen und kühlen mit feuchten Handtüchern

Um deinem Pferd auch ohne fließendes Wasser die Schweißflecken, den Blütenstaub und die letzten Reste des Fliegensprays von gestern aus dem Fell waschen zu können, benötigst du nur einen Eimer lauwarmes Wasser und einen Schwamm bzw. Handtücher.

Beim Abschwammen lässt du sich den Schwamm mit Wasser vollsaugen und drückst ihn am Pferd auf den verschwitzen Stellen aus. Du tupfst es quasi damit ab. Um hartnäckigen Dreck zu entfernen, kannst du mit dem Schwamm auch kleine kreisende Bewegungen auf dem Fell machen.

Alternativ kannst du auch ein Handtuch nass machen und es über deinem Pferd auswringen. Feuchte Handtücher eignen sich auch wunderbar zur Kühlung des Körpers. Dabei musst du aber unbedingt darauf aufpassen, dass die Handtücher nicht zu lange auf deinem Pferd liegen, denn dann verursachen sie den gegenteiligen Effekt. Die Luft unter dem Handtuch heizt sich durch die Sonne auf und es kann zu einem Hitzestau kommen.

Schwimmen gehen

Reite mit deinem Pferd in einen See oder durch einen Bach. Dies kühlt nicht nur ab, sondern macht Pferd und Reiter auch noch sehr viel Spaß. Positiver Nebeneffekt: durch das Schwimmen wird die Mobilität der Gelenke verbessert und Muskulatur aufgebaut.

Viele Pferde sind anfangs skeptisch, was das Wasser angeht. Deshalb empfiehlt es sich die ersten Male gemeinsam mit dem Pferd in den See zu gehen und es zu führen. Wichtig hierbei ist allerdings, dass du genug Abstand zwischen dir und deinem Pferd hälst, falls es anfängt mit den Beinen zu schlagen oder zu paddeln. Ein erfahrenes Begleitpferd ist auch oft eine gute Hilfe.

Möchtest du auf deinem Pferd sitzen, während es schwimmt, ist es wichtig, dass du es auf keinen Fall behinderst. Am besten hälst du dich in der Mähne fest und gehst einfach mit der Bewegung mit.

Kühlgamaschen bzw. Kühlbandagen

Möchtest du deinem Pferd nur ein wenig Abkühlung geben, eignen sich dafür Kühlgamaschen bzw. Kühlbandagen wunderbar. Diese regen die Blutzirkulation an und Kühlen somit den ganzen Pferdekörper. Außerdem werden sie oft zur Regeneration von Muskelfasern verwendet und beugen Entzündungen vor. Manche Kühlgamaschen haben auch eine Massagefunktion, wodurch z.B. Sehnen und Bänder elastischer werden.

Es gibt verschiedene Arten von Kühlgamaschen / -bandagen. Einige müssen zuerst ins Wasser gelegt werden, um z.B. ein Kühlgranulat zu aktivieren oder die Kühlung findet nur durch das Wasser statt, andere haben eine eingebaute Tasche für ein Kühlpad bzw. Kühlakku. Welche Art da für euch am geeignetsten ist, müsst ihr ausprobieren. Ich kann auf jeden Fall die Ice Vibe von Horseware empfehlen. Diese gibt es extra für verschiedene Stellen an den Beinen, allerdings eher für Therapien nach Verletzungen. Zum Kühlen eignen sich am besten die Boots in Verbindung mit den dazugehörigen Kühlpacks oder auch einfach nur die Kühlpacks.

Aber Achtung! Kühlgamaschen dürfen nicht zu lange am Pferdebein sein, da sie sonst das Gewebe schädigen können. Achte dabei am besten auf die Herstellerangaben.

Kühlgele und Kühlsprays

Eine weitere Methode ist das Kühlen mit Kühlgelen bzw. –sprays. Dabei werden die Pferdebeine zwar erfrischt, haben aber keinen langanhaltenden Effekt, wie die anderen Methoden bzw. die Kühlung mit Wasser. Vorteil dabei ist, dass das Pferd keine „gruseligen“ Dinge an den Beinen hat und sich nicht vor einem Wasserstrahl oder Wasserschlauch erschrecken kann.

Turnierreiter müssen allerdings vorsichtig sein! Nicht alle Kühlgele sind dopingfrei, also unbedingt auf die Wirkstoffe achten.

Water Boots

Water Boots sind spezielle Hufglocken, die Wasser speichern und nach und nach an den Pferdehuf abgeben. Sie eignen sich hervorragend bei trockenen Hufen, kühlen aber auch durch den Blutkreislauf den Körper ein wenig runter.

Ich selber habe die Water Boots PROTECT by Horse-Friends. Mir ist dabei aufgefallen, dass die Hufglocken das Wasser nicht ganz gleichmäßig an den Huf abgeben und teilweise noch trockene Stellen da waren. Auf der Weide oder beim Training versanden sie sehr schnell und trocknen aus. Sie sind also wirklich nur z.B. am Putzplatz als kurze Kühlung geeignet.

Water Boots

Was ich allerdings noch gerne mache, ist mein Pferd in Gummischalen mit Wasser zu stellen. Das geht natürlich nur mit Pferden, die auch still stehen. Ist definitiv effektiver, aber halt auch nur im „Ruhezustand“ möglich. Meiner steht dort teilweise eine halbe Stunde drinnen und genießt.

Ich hoffe ich konnte euch auch mit diesem Artikel ein wenig weiterhelfen. Kennt ihr noch andere Methoden zur Kühlung an heißen Tagen? Dann schreibt sie doch gerne in die Kommentare.

Eure Anna

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