Gesundheit

Schmerzende Hufe – Huflederhaut-Entzündung beim Pferd

Aus aktuellem Anlass, denn Wango ist derzeit wegen einer Huflederhaut-Entzündung an beiden Hinterhufen in Behandlung, erzähle ich dir heute, wie du eine Huflederhaut-Entzündung bei deinem Pferd erkennen, behandeln und vorbeugen kannst. Ich schreibe aus eigener Erfahrung und gebe dir die Tipps und Behandlungsvorschläge meiner Tierärztin und meines Hufschmiedes weiter.

Hinzufügend ist zu sagen, dass es sich bei einer Huflederhaut-Entzündung quasi um Hufrehe handelt. Meistens sagt man, dass es sich um eine Huflederhaut-Entzündung handelt, wenn die Symptome sich nicht verschlimmern und schnell wieder abklingen. Andernfalls sprechen die Tierärzte oft von Rehe. Teilweise wird aber auch bei einer eitrigen Huflederhaut-Entzündung von Rehe gesprochen. Ich nenne es hier einfach Huflederhaut-Entzündung.

Die Anatomie des Hufes

Die Lederhaut ist ein Teil des Pferdehufs, der die äußere Hufkapsel mit dem Hufbein verbindet und mit vielen Nerven versorgt wird. Dadurch, dass sie sich durch den kompletten Huf zieht, kann es sein, dass dem Pferd die ganze Sohle schmerzt und es in Schonhaltung geht.

Wodurch entsteht eine Huflederhaut-Entzündung und wie erkenne ich sie?

Auslöser können angeborene Fehlstellungen der Hufe und Beine sein oder auch durch schlechten Beschlag, zu starkes Ausschneiden der Sohle, Nageldruck oder allgemein zu kurze Hufe. Schlechte Hufpflege trägt ebenfalls seinen Teil dazu bei zum Beispiel das Auftragen ungeeigneter Fette.

Erstes Anzeichen ist, wenn das Pferd vorsichtiger auffußt oder lahmt. Oft versucht es ein Bein zu entlasten. Das sieht man ganz gut im Schritt in der Phase des Auftretens. Dazu kann der Huf warm sein und die Fesselbeuge geschwollen. Schon bei diesen Anzeichen solltest du den Tierarzt informieren, denn eine Huflederhaut-Entzündung kann sich lange hinziehen.

Womit und wie wird die Huflederhaut-Entzündung behandelt?

Zuerst wird der Tierarzt sich Huf und Bein anschauen. Bei hellen Hufen kann man teilweise Blutergüsse, so genannte Steingallen, an der Hufwand sehen. Ist so nichts zu erkennen, überprüft er die Pulsation der Mittelfuß-Arterie. Ist diese erhöht, deutet dies meist schon auf eine Entzündung hin.

Dann wird der Huf, besser gesagt die Sohle mit der Hufzange auf Schmerzen untersucht. Gibt es dort vom Pferd eine deutliche Schmerzreaktion an vereinzelten Stellen oder auch am kompletten Huf, so kann man meist auf eine Huflederhaut-Entzündung schließen. Um aber Knochenbrüche ausschließen zu können, oder dass das Hufbein durch zu kurze Hufe auf den Boden drückt bzw. es sogar rotiert ist (Reheanzeichen), kann der Huf noch geröntgt werden.

Es gibt zwei verschiedene Arten der Huflederhaut-Entzündung:

Die septische Huflederhaut-Entzündung wird durch Bakterien zum Beispiel von Verletzungen verursacht. Dabei bilden sich Eiterablagerungen im Huf, das Pferd hat meist Fieber und ist ruhiger als gewöhnlich. Die empfindlichen Stellen werden geöffnet, sodass der Eiter abfließen kann. Sitzen die Eiterherde noch zu tief, so wird ein Angussverband angelegt, durch den der Vorgang weiter reift. Hinzu werden Schmerzmittel und Entzündungshemmer gegeben. Oft wird diese Art der Huflederhaut-Entzündung mit einem Hufgeschwür verwechselt. Die Behandlung ist aber fast identisch.

Die aseptische Huflederhaut-Entzündung entsteht durch stumpfe Verletzungen, wie zum Beispiel das Anschlagen an einen harten Gegenstand oder durch harten, unebenen Boden. Hierbei ist kühlen wichtig und es wird ebenfalls ein Angussverband angelegt, um den Huf weicher zu machen. Auch hier werden Schmerzmittel und Entzündungshemmer verabreicht und es ist ein professioneller Beschlag notwendig. Vorübergehend kann man den Huf auch mit einem Verband weich polstern. Ich nutze dazu auch gerne Windeln und Panzertape.

Wie lange dauert der Heilungsprozess?

Dieser kann sich über mehrere Wochen hinziehen. Das wichtigste ist, den Tierarzt schon bei den ersten Anzeichen zu rufen, denn je weiter die Entzündung fortgeschritten ist, desto schlimmer können die Folgen sein. Will sich das Pferd durch die Schmerzen zum Beispiel häufig hinlegen, kann es zu Durchblutungsstörungen kommen uvm.

Kleine, vereinzelte Stellen heilen unter guten Bedingungen schnell ab. Bei tieferen Strukturen, wenn also schon Hufbein oder die Tiefe Beugesehne von der Entzündung betroffen sind, kann die Heilung deutlich länger dauern.

Welche vorbeugenden Maßnahmen kann ich unternehmen?

Um eine Huflederhaut-Entzündung zu vermeiden, sollten die Hufe deines Pferdes von einem Hufschmied/Hufpfleger professionell ausgeschnitten und ggf. beschlagen werden. Die Box und der Paddock sollten sauber gehalten und Ammoniak-Ansammlungen vermieden werden. Außerdem solltest du unbedingt darauf achten, dass die Hufprodukte, sofern du welche verwendest, für die Hufe unschädlich bzw. geeignet sind. Bei Kultreiter habe ich zum Thema Hufpflege einen spannenden Beitrag gelesen.

Pferde mit flachen Hufen sollten natürlich nach Absprache des Schmiedes beschlagen werden, damit der Druck von der Sohle genommen wird. Bei schlechter Hornqualität empfehle ich keinen Klebebeschlag, denn der zersetzt das Horn nur noch zusätzlich. Wachsen die Hufe auch noch sehr langsam, empfehle ich dir Atcom Huf-Vital. Oder wenn du nicht so viel Geld ausgeben möchtest, so füttere deinem Pferd am besten Bierhefe. Meiner frisst sie leider nicht… Die Wirkung von Bierhefe und wo du sie herbekommst, kannst du in diesem Beitrag von mir lesen.

Die Diagnose hat mich doch recht schwer getroffen und ich habe mich gründlich mit Tierärztin und Schmied auseinander gesetzt. Wenn es dich interessiert, wie es bei Wango und mir weitergeht, dann schau gerne bei unserem Instagram-Profil vorbei. Da halte ich dich regelmäßig auf dem Laufenden.

Hast du auch Erfahrungen mit einer Huflederhaut-Entzündung bei deinem Pferd? Was haben dein Tierarzt und Schmied dir empfohlen? Schreib es gerne in die Kommentare. Vielleicht kannst du damit anderen Betroffenen weiterhelfen.

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