Gesundheit,  Rund ums Pferd

Weiße Punkte im Fell – was kann das sein?

„Anna, Wango hat Satteldruck! Schau dir mal die vielen weißen Punkte an seinem Rücken an.“, sagte mir den einen Tag eine aufmerksame Miteinstellerin.

Ja, das war mir auch schon aufgefallen, da es nach bzw. im Fellwechsel entstanden ist, aber wenn es Satteldruck wäre, warum hat er dann auch weiße Punkte am Hals? Da passt doch etwas nicht…

Weiße Punkte als Folge von Satteldruck

Tatsächlich bilden sich weiße Flecke im Fell, wenn der Sattel deines Pferdes drückt und zwickt. Gerade am Widerrist, wenn dieser durch einen dort aufliegenden Sattel aufgescheuert wird oder generell beim Drücken in der Sattel- und Gurtlage, wächst das Fell dort weiß nach. Die Haut ist gereizt und evtl. vernarbt und es können keine Farbpigmente mehr gebildet werden.

Aber was ist das, wenn sich die weißen Punkte am Kopf oder sogar am ganzen Körper ausbreiten?

Weiße Punkte als Folge von Spurenelemetmangel

Ein Mangel an Spruenelementen kann sogenannte Pigmentstörungen auslösen. Pigmente werden durch Melanin gebildet, wobei verschiedene Spurenelemente wie Zink, Kuper, Mangan und Eisen mitwirken. Dabei bestimmt Kupfer den Grad der Pigmentierung von Haut und Haaren. Außerdem ist es wichtig für die Nerven- und Blutbildung, des Bindegewebes und den Knochenaufbau.

Wird die Depigmentierung durch einen Mangel von Kupfer, meist in Zusammenhang mit Mangan, im Fell sichtbar, so zeigt sich dies häufig beginnend um die Augen, Nüstern und Maul in Form von weißen Punkten bzw. der sogenannten „Kupferbrille“. Dabei verfärbt sich die Haut und das Fell um die Augen herum weiß, was aussieht, als hätte das Pferd eine Brille auf. Dies kann sich aber auch auf das gesamte Fell ausbreiten.

Weitere Merkmale und Folgen von Mineralstoffmangel

Ist es bereits so weit, dann hat sich der Mangel wohl möglich schon auf das Bindegewebe ausgebreitet und kann zu degenerativen Gelenkserkrankungen führen. Auch die Knochen, das Immunsystem und die Funktion innerer Organe können bereits in Mitleidenschaft gezogen worden sein.

Oft sind die weißen Punkte im Fell in Verbindung mit schlechter Wundheilung, Beeinträchtigung des Bewegungsapparates, vor allem in der Funktionstüchtigkeit der Sehnen und Bänder. Das Pferd ist dabei häufig in seiner Leistungsfähigkeit gemindert und es kann sogar im schlimmsten Fall zu einem Aortaabriss kommen!

Abhilfe und Vorbeugung

Was macht man also, wenn es dem Pferd an Mineralstoffen und Spurenelementen mangelt? Diese natürlich füttern. Aber halt! Jetzt nicht einfach irgendein Mineralfutter kaufen und das Pferd damit zupumpen, sondern erstmal gezielt nach dem „Fehler“ in der Fütterung suchen. Dazu nimmst du dir am besten einen Tierarzt und/oder einen Futterexperten zur Hand. Der Tierarzt kann durch ein Blutbild z.B. feststellen, ob die Leber schon Schaden genommen hat. Besonders bei vorerkrankten Pferden mit Stoffwechselerkrankungen ist dies sehr wichtig.

Fütterst du einfach von jedem etwas dazu, kann es passieren, dass dein Pferd überversorgt wird. Entsteht z.B. ein Überversorgung mit Kupfer, so kann die Zinkverwertung beeinträchtigt werden und die Leber und Nieren Schaden nehmen.

Zur Vorbeugung empfehle ich dir regelmäßig (1x jährlich) ein großes Blutbild machen zu lassen. Wird dort etwas entdeckt, so kannst du schnell reagieren und mit der Futterberatung dein Pferd optimal versorgen.

Fazit

Ich lasse Wango im Normalfall alle halbe Jahre von Beatrix Dreyer von VET-Bioresonanz überprüfen. Leider habe ich es in letzter Zeit versäumt und habe nun den Verdacht, dass Wango unter einem Spurenelementmangel leidet. Daher werde ich dies unverzüglich nachholen, denn Wango hatte bereits in der Vergangenheit erhöhte Leberwerte, die wir allerdings in den Griff bekommen haben.

Habt ihr Interesse an den Ergebnissen der Analyse von Wango? Dann schreibt es mir doch einfach in die Kommentare. Ich würde mich freuen!

Deine Anna

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