Haltung & Pflege

Fellwechsel beim Pferd – so kannst du es dabei unterstützen

Es ist Januar, die Tage werden langsam wieder länger und es ist bitter kalt (normalerweise). Natürlich, es ist noch Winter. Aber was ist das? Mein Pferd verliert schon die ersten Härchen. Doch jetzt bloß keinen Schock kriegen, denn dies ist ganz normal. Dein Pferd steckt bereits mitten im Fellwechsel, der schon Wochen zuvor im Stillen begonnen hat. Nämlich ungefähr mit der Sonnenwende am 21.12. Aber was passiert da eigentlich gerade mit deinem Pferd und wie kannst du es in dieser, für den Organismus sehr belastenden Zeit bestmöglich unterstützen?

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Der Stoffwechsel in Aufruhr

Wie lange der Fellwechsel andauert ist von Pferd zu Pferd unterschiedlich. Da kommt es besonders darauf an, wie gut dein Pferd mit Nährstoffen versorgt ist oder ob es unter einer Stoffwechselkrankheit leidet. Besondere Aufmerksamkeit beim Fellwechsel solltest du älteren, unterversorgten und lebererkrankten Pferden widmen. Aber auch Ekzemer, chronisch kranke Pferde oder welche, die starken Medikamenten ausgesetzt sind bzw. waren, sind hierbei die Sorgenkinder. Denn bei diesen Kandidaten hat der Organismus gleich mit zwei Baustellen zu tun. Zu dem kommt noch, dass beim Wechsel von Winter- auf Sommerfell ein komplett neues Haarkleid gebildet wird. Das sieht man auch oft an der Färbung. Vergleich doch mal ein Bild von deinem Pferd vom Sommer, mit einem aus dem Winter. Was fällt dir auf?

Woher weiß ich, was meinem Pferd fehlt?

Besteht ein Nährstoffmangel beim Pferd, sind häufig Folgeerkrankungen, wie Ekzem, Bronchitis, Mauke, Allergien, Gelenkbeschwerden und Verspannungen lästige Nebenwirkungen des Fellwechsels. Um zu sehen, welche Nährstoffe deinem Pferd fehlen könnten, machen wir jetzt einen kleinen Ausflug in die Chemie, besser gesagt in die Zusammensetzung eines Pferdehaares.

Pferdehaare bestehen größtenteils aus Keratin, also aus Horn. Rein chemisch gesehen sind die Bestandteile

  • Kohlenstoff
  • Sauerstoff
  • Stickstoff
  • Wasserstoff
  • Schwefel
  • Eisen
  • Kupfer
  • Jod
  • Zink
  • Selen

Und damit haben wir auch schon die Nährstoffe ermittelt, die deinem Pferd fehlen könnten. Um dir wirklich sicher zu sein, empfehle ich dir aber ein Blutbild zu machen, bevor du mit der Zufütterung beginnst.

Bei meinem Haflinger Wango fällt mir während des Fellwechsels oft auf, dass die Hufe nicht richtig wachsen. Das merkt man meist daran, dass der Schmied beim folgenden Termin kaum Horn abraspeln muss/kann. Meistens verlängere ich den Zeitraum bis der Schmied wieder kommen muss dann von 8 auf 10 Wochen. Das ist auch problemlos tragbar.

Wie kann ich mein Pferd durch gezielte Fütterung unterstützen?

Bei der Fütterung kommt es vor allem darauf an, dass die Futtermittel aus natürlichen Stoffen bestehen und nicht, wie bei vielen Fertigmüslis, ungesunde Fette oder gar chemische Bestandteile enthalten. Ich mache im Fellwechsel gerne eine Kur mit grob geschrotetem Hanf. Dazu füttere ich noch Schwarzkümmel-Pellets. Natürlich müssen es nicht unbedingt Pellets sein. Es gibt Schwarzkümmel auch als Pulver oder zum Beispiel in Ölform. Außerdem unterstütze ich mein Pferd mit Leinöl, nicht nur zwingend während des Fellwechsels. Leinöl enthält Omega-3-Fettsäuren, die unter anderem entzündungshemmend wirken und somit eine Art Schutzschicht auf der Haut bilden.

Auch Vitamine und Proteine sind sehr wichtig für dein Pferd. Diese kannst du ihm ganz einfach über einen Apfel und/oder Mohrrübe täglich zuführen. Selbstverständlich kann es auch anderes Obst sein, aber achte unbedingt darauf, dass es verträglich für Pferde ist. Mehr dazu findest du auch in meinem Beitrag über die Fütterung im Winter.

Wie wichtig ist die Fellpflege?

Fellwechsel

Im Zeitraum des Fellwechsels wirst du schnell merken, wie sehr es dein Pferd genießt, lange und ausgiebig geputzt und gestriegelt zu werden. Das abgestoßene Fell will rausgezupft werden, denn es juckt. Die Unterwolle bekommst du am besten mit speziellen Kämmen raus. Ich benutze zum Beispiel den Furminator und kann ihn bedenkenlos weiterempfehlen. Er kostet zwar etwas mehr, aber dafür hat er im Gegensatz zu ähnlichen, günstigeren Produkten, keine scharfen Kanten am Metall, mit denen du die empfindliche Pferdehaut verletzen könntest.

Außerdem regt die regelmäßige Fellpflege die Durchblutung an und fördert so den Fellwechsel. Allerdings solltest du es in dieser Zeit vermeiden dein Pferd zu waschen. Dies trocknet die Haut aus und kann den pH-Wert erhöhen, wodurch das Pferd anfälliger für Krankheiten wäre.

Kann ich mit dem Training fortfahren wie gewohnt?

Jaein… das Training sollte nicht ganz so intensiv werden, da das Pferd so schon genug mit seinem Stoffwechsel zu tun hat. Deshalb am besten ein bisschen Rücksicht nehmen und nach dem Motto: „weniger ist mehr“ trainieren.

Nach dem Training solltest du darauf achten, dass das Pferd kontrolliert abschwitzt, denn durch den sowieso schon in Aufruhr gebrachten Stoffwechsel, ist dein Pferd anfälliger für Krankheiten. Und das dicke Winterfell trocknet nur schwer und langsam.

Ein Irrglaube ist, dass es geschorene Pferde mit dem Fellwechsel leichter haben. Klar haben sie kürzere, aber trotzdem noch genauso viele Haare, die abgeworfen und neugebildet werden müssen. Also merke: scheren hilft zwar beim Abschwitzen, nicht aber beim Fellwechsel.

Mit Entgiftung durch den Fellwechsel

Nicht nur während des Fellwechsels kannst du dein Pferd unterstützen, sondern auch schon davor. Und zwar durch Entgiftung des Verdauungstraktes. So hältst du dein Pferd gesünder und verringerst das Risiko, dass es während oder nach dem Fellwechsel anfälliger für Krankheiten ist.

Zur Entgiftung eignen sich zum Beispiel

  • Bierhefe
  • Kieselgur
  • Leinöl/Leinsamen
  • Kräuter

Fazit

Auch wenn du jetzt vielleicht nicht rechtzeitig damit anfangen konntest dein Pferd auf den Fellwechsel vorzubereiten oder mit der korrekten Zufütterung zu unterstützen, so kannst du ihm immer noch durch langes Putzen helfen und es durch weniger intensives Training entlasten. Für Leinöl zum Beispiel ist es nie zu spät und auch das Blutbild kannst du jetzt noch machen, um zu sehen was deinem Pferd vielleicht fehlt. Das sollte man meiner Meinung nach sowieso einmal jährlich in Betracht ziehen.

Hast du noch weitere Tipps zur Unterstützung des Pferdes im Fellwechsel? Oder möchtest du auch mal beschreiben, wie du dabei vorgehst? Dann immer rein damit in die Kommentare. Ich freue mich darauf sie zu lesen.

Deine Anna

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