Fütterung

Heu, Heulage oder Silage – Wann füttere ich was?

Die Basis für die Fütterung von Pferden ist bekanntlich Raufutter in ausreichender Menge. Unter Raufutter versteht man Stroh und Heu oder auch Heulage und Silage. Wann du deinem Pferd welches Raufutter gibst, hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab:

  • Gesundheitszustand des Pferdes
  • Verträglichkeit
  • Fütterungsziel
  • Lagerungsmöglichkeiten

Die Entstehung und Lagerung von Raufutter

Heu ist die beste Grundlage zur gesunden Pferdefütterung, vorausgesetzt es wird korrekt gepresst und gelagert. Nach dem Mähen und Trocknen, benötigt der Ballen nach dem Pressen eine Ruhephase von 6-8 Wochen. In dieser Zeit sollte das Heu noch nicht gefüttert werden. Allerdings verliert es zugleich bei sehr langer Lagerung wichtige Nährstoffe! Bei der Lagerung solltest du darauf achten, dass es trocken und luftig liegt. Dadurch verringerst du das Risiko von Schimmelbefall auf ein Minimum.

Heulage kann als alternatives Raufuttermittel z.B. für Allergiker gefüttert werden. Die Umstellung von Heu auf Heulage sollte allerdings langsam durchgeführt werden, damit sich der empfindliche Verdauungstrakt des Pferdes umgewöhnen kann.

Heulage

Die Herstellung eines Heulageballens ist etwas anspruchsvoller, als bei einem Heuballen. Dabei darf das gemähte Gras nicht komplett durchtrocknen, sondern wird halb feucht in Folie gewickelt. Dadurch gärt das Heu im weiteren Prozess, was es länger haltbar macht. Auch ein Heulageballen muss vor der Fütterung 6-8 Wochen, auch unter freiem Himmel, lagern und kann bis zu 1 Jahr unberührt bleiben und verfüttert werden. Der geöffnete Ballen muss allerdings innerhalb weniger Tage verfüttert werden. Tritt allerdings Luft durch die Folie, z.B. durch einen Riss, können sich Säuren, Hefen und Schimmelpilze bilden. Diese bringen die Darmflora des Pferdes durcheinander, was zu Koliken führen kann.

Silage beugt viele gesundheitliche Gefahren für Pferde und ist eher für Wiederkäuer vorgesehen. Sie wird mit einem hohen Feuchtigkeitsgehalt luftdicht in Folie eingewickelt, was die Lagerung im Freien ermöglicht. Es entstehen Milchsäurebakterien, die das Futter sehr proteinreich machen. Weiterhin kann es zur Bildung von Biogenen Aminen kommen, die ein häufiger Auslöser von Durchfall, Blähungen und Koliken sind. Sie werden über die Leber abgebaut, was diese bei Dauerfütterung stark belastet. Bei Lufteintritt in einen Silageballen kann sich der pH-Wert des Raufutters stark erhöhen und sogar Vergiftungen beim Pferd hervorrufen. Daher ist eine Silagefütterung nicht empfehlenswert!

Achtung! Warmes Wetter kann Heu- und Silage verderben!

Der Bedarf an Raufutter

Heu, Heulage und Silage haben einen unterschiedlichen Gehalt an Trockenmasse. Dieser dient der Ermittlung des Bedarfs am jeweiligen Raufutter. Den Bedarf des Pferdes ermittelst du, indem du das Gewicht durch 50 teilst. Zur Veranschaulichung dient hier ein 500kg schweres Warmblut:

Würde der Trockenmassegehalt von Raufutter bei 100% liegen, bräuchte dieses Pferd demnach 10 kg davon. Allerdings liegt der Trockenmassegehalt von Heu bei etwa 85%, der von Heulage bei 50-60-% und von Silage bei nur 35-45%. Demnach benötigt das Pferd tatsächlich:

Verbrauch an Raufutter
  • 11-12 kg Heu
  • 16-20 kg Heulage
  • 22-29 kg Silage

Diese Rechnung bezieht sich auf eine reine Fütterung mit Raufutter. Bekommt dein Pferd zusätzlich Weidegang, fällt der Bedarf an Heu etc. deutlich geringer aus. Mehr dazu erfährst du hier.

Wann sollte ich was füttern?

Generell gilt: Ist das Pferd gesund, solltest du auf jeden Fall Heu füttern. Das ist auch bei leichten Allergikern möglich, wenn dieses gewässert oder bedampft wird. Das sollte allerdings mit dem Tierarzt abgeklärt werden! Ansonsten kannst du dementsprechend zu Heulage als Alternative greifen. Diese eignet sich auch vorübergehend bei Husten. Bekommt dein Pferd allerdings von Heulage Durchfall oder Ähnliches, solltest du wieder auf Heu umstellen.

Entscheidest du dich für eine Heu- oder sogar Silagefütterung, musst du der evtl. auftretenden Übersäuerung des Verdauungstraktes durch Zufütterung von Mineralstoffen entgegenwirken. Allerdings rate ich von einer Dauerfütterung mit Silage aus oben genannten Gründen ab!

Welches Raufutter fütterst du und warum? Wie verträgt dein Pferd es? Erzähl es doch gerne in den Kommentaren!

Deine Anna

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