Ein eigenes Pferd

Was kostet ein Pferd?

Reiten ist ein teures Hobby, das sollte jedem klar sein. Wenn du dir nun sogar ein eigenes Pferd anschaffen möchtest, solltest du dir lieber 3x mehr Gedanken um deine finanzielle Lage und die Kosten machen. Ich muss zugeben, Auslöser für diese Serie war eine Aussage, die ich in einem Forum gelesen habe:

Ich suche einen Sattel für mein neues Pferd, bestenfalls für kleines Geld oder sogar zum Tausch gegen den Sattel meines alten Pferdes. Leider kann ich mir keinen neuen leisten und maximal 200€ ausgeben. Vielleicht hat auch jemand einen zu verschenken?…

Da frage ich mich doch, WARUM? Ganz klar, weil manche Leute sich vor dem Pferdekauf einfach keine Gedanken machen bzw. nicht genügend darüber informieren, wie teuer ein eigenes Pferd wirklich ist. Dabei rede ich jetzt nicht vom Kauf des Pferdes, sondern von den Nebenkosten.

Um dich vor diesem fatalen Fehler zu bewahren, zähle ich dir in dieser Folge alle Kosten auf, die mit einem eigenen Pferd auf dich zukommen. Von der Anschaffung des Pferdes und dem Zubehör, bis zu den monatlichen bzw. jährlichen Kosten. Zum Abschluss erhälst du eine Übersicht anhand meines persönlichen Beispiels.

Hast du die vorherige Folge schon gelesen?

einmalige Kosten

Beginnen mir mit den einmaligen Kosten und der Anschaffung des Pferdes. Je nach Rasse, Alter, Geschlecht, Abstammung und Ausbildungsstand variieren die Kaufpreise für Pferde in einer sehr großen Spanne. Angefangen bei einem alten Shetlandpony als Beisteller für 500€ bis hin zu einem gut ausgebildeten Turnierpferd für weit über 25.000€ kann alles dabei sein. Demnach solltest du dir ebenso Gedanken darüber machen, was du mit deinem Pferd erreichen möchtest und welche Wünsche du hast, ob du es selber ausbildest oder sofort mit ihm bei Turnieren starten möchtest. Dazu komme ich aber in einer anderen Folge noch zu sprechen. Ich gehe jetzt einfach mal von einem Mittelmaß von 5.000€ für das erste Pferd aus, was rein freizeitmäßig genutzt werden soll.

Das Pferd benötigt natürlich einen passenden Sattel, welcher auch mal schnell über den Daumen 2.500€ kosten kann. Für die restliche Ausrüstung, wie Trense, Schabracken etc. bist du etwa 1.500-2.000€ los. Oft sind Sattel und Trense auch nicht nur 1x gekauft und auch das weitere Zubehör geht einmal kaputt und muss erstetzt werden. Dafür kannst du dir im halben Jahr etwa 150€ zurücklegen. Welche Erstausrüstung du genau für dein Pferd benötigst, folgt in einer späteren Folge und damit sind wir am Ende der einmaligen Investitionen in Höhe von knapp 10.000€ inkl. Pferd.

laufende Kosten

Kommen wir zu den laufenden Kosten. Das Pferd muss natürlich in einem Stall untergebracht werden. Dieser kann, je nach Region, Haltungsform, Ausstattung und Angebot, zwischen 250€ und 400€ oder sogar mehr kosten. Meistens ist in der sogenannten Stallmiete bereits Heu und Einstreu enthalten, viele Pferde benötigen aber noch zusätzliches Futter, welches monatlich 20-80€ kosten kann.

Damit dein Pferd gesund bleibt, solltest du alle 6-10 Wochen den Hufschmied/-pfleger kommen lassen. Manche Pferde brauchen einen Beschlag, wodurch der Preis auch hier stark zwischen 80€ und 200€ schwankt. Auch der Tierarzt sollte dein Pferd regelmäßig zum impfen besuchen, bestenfalls alle halbe Jahre, was dich ebenfalls etwa 75€ kostet. Hinzu kommt die Wurmkur für 35€. Ich lasse zusätzlich die Physiotheraeutin/Chiropraktikerin über mein Pferd schauen. Die Erstbehandlung kostet meist um die 150€, Folgebehandlungen sind häufig günstiger.

1x jährlich sollten Zahnarzt und Sattler zur Kontrolle kommen, damit das Equipment deines Pferdes weiterhin gut passt und es keinen Schaden nimmt bzw. Schmerzen erleidet. Müssen die Zähne deines Pferdes nicht behandelt werden, kostet der Zahnarztbesuch bis zu 50€. Bei Behandlung wird es natürlich deutlich teurer und kann auch schon mal 250€ und mehr kosten. Ebenso der Termin beim Sattler. Da variieren die Kosten auch nach Sattelmodell und Marke ab 100€ aufwärts.

Und was ist, wenn das Pferd einmal krank wird oder sich verletzt? Eine Kolik-OP z.B. kann mehrere Tausend Euro kosten, die du dir auf jeden Fall zur Seite legen solltest. Ich spare für solch einen Fall gerne 150€ im halben Jahr, aber hoffe natürlich, dass es nie dazu kommen wird…

Hast du dich für ein rohes Pferd entschieden, sollte es eine korrekte Grundausbildung genießen dürfen. Kannst du diese nicht selbst übernehmen, kommen hier monatliche Kosten von etwa 250€ oben drauf. Meiner Meinung nach gehört auch guter Reitunterricht mindestens 1x im Monat dazu. Da kannst du pro Einheit auch noch mal mit 30-60€ rechnen. Vielleicht möchtest du auch einmal an einem Lehrgang teilnehmen oder sogar bei Turnieren starten. Neben den Lehrgangskosten bzw. Startgebühren für das Turnier, benötigst du einen Pferdeanhänger und natürlich den entsprechenden Führerschein. Da diese Kosten sehr unterschiedlich sind und nicht auf jede:n Leser:in zutreffen, lasse ich sie aus meiner Rechnung raus. Behalte sie aber bitte im Hinterkopf.

Welche Kosten in Kalkulationen gerne vergessen werden, sind die Fahrtkosten zum Stall und wieder nach Hause oder ggf. zu Turnieren. Hier kannst du nach den aktuellen Spritpreisen mit 10-15ct pro Kilometer rechnen. Da ich das Glück habe einen Stall in der Nähe zu haben und ich nicht auf Turnieren starte, sind das bei mir „nur“ 50€ im Monat.

Ein ganz wichtiger Punkt sind die Versicherungen. Welche du wirklich benötigst, erfährst du in der Zusatzfolge. Du solltest aber mindestens 90€ im Jahr für Versicherungen einrechnen. Damit haben wir einen monatlichen Betrag von etwa 650€. Aufs Jahr hochgerechnet sind das nach etwa 7.800€ an laufenden Kosten.

Fazit

Ich habe dir hier noch einmal eine Zusammenfassung aller Kosten zusammengestellt, damit du den Überblick nicht verlierst. Diesae kannst du dir für 0€ herunterladen und abspeichern.

Schau dir diesen Berg an Geld an und mach dir Gedanken darüber, ob du dieses Geld wirklich „über“ hast und dir somit ein eigenes Pferd leisten kannst. Hat dich diese Folge noch nicht abgeschreckt, kannst du im Juni lesen, wie viel Zeit ein eigenes Pferd in Anspruch nimmt.

Versteh es bitte nicht falsch, ich möchte dich nicht davon abhalten dir ein eigenes Pferd zu kaufen, sondern dich lediglich davor bewahren, dass du an diesen Punkt kommst, wie die Foren-Userin, von der ich eingangs gesprochen habe.

Deine Anna

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