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Das geschlossene Stehen – so kannst du es erarbeiten

Das geschlossene Stehen beschreibt, dass das Pferd sein Gewicht auf alle 4 Beine gleichmäßig verteilt und dabei keinen Huf entlastet. Alle Beine sollten dabei im Lot stehen, also der Huf sollte auf einer Senkrechten mit der Schulter sein. Von der Seite, von vorne und hinten würde man dabei nur 2 Beine sehen. Das Genick sollte hierbei der höchste Punkt bleiben.
Auf Turnieren wird das geschlossene Stehen z.B. beim Gruß gefordert. Aber wieso sollte mein Pferd geschlossen stehen können? Welchen Aufschluss gibt es mir, wenn mein Pferd dies nicht von sich aus tut?

Was bringt das geschlossene Stehen meinem Pferd?

Geschlossenes Stehen ist nicht nur eine Sache der Erziehung, sondern es hat den großen Mehrwert der Gymnastizierung und der daraus resultierenden Geraderichtung. Außerdem stärkt es die Balance, kostet, gerade dem jungen/untrainierten Pferd, aber viel Kraft und Konzentration.

Hält dein Pferd z.B. so an, dass immer dasselbe Bein nach hinten heraus steht, ist das meist die Ursache der natürlichen Schiefe. Allerdings kann es auch ein Indiz auf ein geschwächtes Bein oder aber mögliche Gebäudefehler sein, wodurch eine Lastaufnahme unangenehm sein kann. Durch korrektes Training löst sich häufig das Problem von selbst.

Fehler erkennen und korrigieren

Am einfachsten ist es, gerade ungeübten Pferden, das geschossene Stehen vom Boden aus zu lehren. Auch für dich ist es einfacher, da du dein Pferd komplett im Blick hast. Im Sattel musst du es gut fühlen können, wenn ein Bein des Pferdes nicht korrekt steht. Im Folgenden gebe ich dir Tipps zur Erarbeitung vom Boden aus:

WISSENSWERTES: Wie touchiere ich?
Unter „touchieren“ versteht man ein leites Antippen mit der Gerte. Zeigt das Pferd die gewünschte Reaktion, sofort aufhören und loben! Reagiert es hingegen nicht, kannst du die Frequenz des Antippens erhöhen. Erfolgt noch immer keine Reaktion, kannst du den Druck mit der Gerte leicht erhöhen, bis das Pferd reagiert.

  • Ein Hinterbein steht nach hinten heraus (1)
    Die Korrektur erfolgt durch touchieren am jeweiligen Röhrbein bzw. der Fessel
  • Ein Vorderbein steht zu weit unter dem Körper (2)
    Das Pferd wird (durch Schnalzen oder Ähnlichem) zum Vortreten veranlasst, NICHT am Strick/Longe ziehen! Vorderbeine werden NICHT touchiert, da diese Punkte für spätere Lektionen benötigt werden
  • Ein diagonales Beinpaar (vorne links und hinten rechts oder andersherum) steht zu weit nach hinten heraus (3)
    Auch hier wird das Pferd wieder zum Vortreten veranlasst. Tritt es zu weit, NICHT nach hinten korrigieren, sondern noch einen halben Tritt vordern oder die Übung von Neuem beginnen. Das gilt auch für den Punkt davor
  • Die Vorhand steht rückstellig, das Pferd hat zu viel Gewicht auf der Vorhand (4)
    Veranlasse das Pferd ebenfals zum Vortreten
  • Alle 4 Beine stehen zu weit unter dem Körper (5)
    Starte einen neuen Versuch, da das Pferd aus dieser Position nur schwer antreten/korrigiert werden kann
  • Alle 4 Beine stehen zu weit auseinander (6)
    Auch hier ist die beste Korrektur einen neuen Versuch zu starten, aus zuvor genannten Gründen

Entzieht sich das Pferd bei deinen Korrekturen nach hinten, sollte prompt die Korrektur nach vorne erfolgen!

Fazit

Konsequenz wird vom Pferd mit Automatismus belohnt. Daher ist es sinnvoll bereits jungen Pferden das geschlossene Stehen beizubringen. Das erleichtert dir später die Ausführung unter dem Sattel, da das Pferd diese Bewegung bereits verinnerlicht hat.

Belohne zu Beginn jeden noch so kleinen Fortschritt. Darunter fällt auch, dass das Pferd auf Touchieren das entsprechende Bein anhebt und auf die selbe Stelle zurück stellt. Später kannst du dann mehr vordern, bis hin zum Abstellen an die korrekte Stelle. Ein Zurücksetzen des Beines wird nicht geduldet!

MERKE:
1. Korrekturen erfolgen IMMER nach vorne
2. es werden nur die Hinterbeine touchiert
3. KONSEQUENZ und GEDULD

Deine Anna

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