Reitübungen

Reitübung #16 – Kurzkehrt nach der Stange

Die Reitübung #16 hilft dir beim Erlernen einer korrekten Kurzkehrt. In den Dressurprüfungen der FN kommt diese Lektion erst ab Stufe L vor. Das ist meiner Meinung nach viel zu spät. Kurzkehrt eignet sich bei vielen Pferden hervorragend als Vorstufe für sämtliche Seitengänge, da das Pferd hierdurch lernt nur die Schulter/Vorhand zu verschieben.

Bei der Kurzkehrt ist das Pferd in die Bewegungsrichtung gestellt und gebogen. Die Vorhand tritt um 180° um die Hinterhand herum, wobei das innere Hinterbein nahezu auf einer Stelle bleibt und lediglich im Schrittrhythmus auf- und abfußt. Die Vorhand kreuzt, die Hinterhand hingegen darf nicht kreuzen.

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Schwierigkeitsgrad:

Trainingsziel und Voraussetzung

Das Ziel dieser Reitübung ist die Dehnung der Außenseite und die Verbesserung der Versammlungsbereitschaft und der Durchlässigkeit des Pferdes. Bei der Kurzkehrt muss das Pferd die Hanken vermehrt beugen, damit das fleißige Auf- und Abfußen auf einem minimal kleinen Kreis gewährleistet werden kann. Dabei wird die Hinterhand gestärkt.

Voraussetzung ist, dass das Pferd bereits die seitwärtstreibenden Hilfen kennt und sich korrekt stellen und biegen lässt, ohne sich dabei zu verwerfen.

Was benötige ich?

Viele Pferde kleben förmlich an der Bande, weshalb es für sie leichter ist manche Lektionen in der Bahnmitte zu lernen. Dazu benötigst du, neben einer Reitbahn von mindestens 20x40m lediglich eine Stange bzw. Schaumstoffgasse. Diese verhindert das Rückwärtstreten des Pferdes in der Wendung, hilft dir als Reiter:in dabei den Kreis zu Beginn nicht zu eng anzulegen und dient als optische Begrenzung.

Aufbau und Durchführung

Positioniere die Stange auf der Mittellinie etwa 2-3 Meter von der Bande der kurzen Seite entfernt, parallel zur langen Seite.

Reitübung #16 – Kurzkehrt nach der Stange

Ich beschreibe im Folgenden die Reitübung #16 beginnend auf der rechten Hand:

Reite im Schritt (oder Trab) auf der rechten Hand und wende rechts von der Stange, entlang der Mittellinie, ab. Kurz vor dem Ende der Stange verlangsamst du die Schritte bzw. parierst zum Schritt durch und stellst dein Pferd nach links. Nun wird die Wendung direkt aus der Bewegung eingeleitet. Wichtig dabei ist, dass dein Pferd im Bewegungsfluss bleibt und den Schrittrhythmus erhält. Dazu kannst du folgende Hilfen geben:

Gewichtshilfen – Zum Einleiten der Wendung belastest du vermehrt den inneren Gesäßknochen und machst dich im Sattel schwer, um die Vorwärtsbewegung in eine Seitwärtsbewegung zu wandeln.
Schenkelhilfen – Der innere Schenkel liegt dabei knapp hinter dem Gurt und erhält die Vorwärtstendenz, während der äußere Schenkel verwahrend zurückgelegt wird und die Hinterhand am Platz hält.
Zügelhilfen – Die Zügel geben NUR die Stellung und Biegung vor und wirkend NICHT nach hinten, um das Pferd zu verlangsamen. Dabei begrenzt der äußere Zügel die Biegung und der innere erhält die Stellung.

Der Blick der Reiter:in geht immer in die Bewegungsrichtung…

Um nicht zu viel von deinem Pferd zu verlangen, was es kräftemäßig noch nicht leisten kann, solltest du anfangs lediglich mit einer Viertel-Kurzkehrt beginnen. Zwischendurch immer „anständig“ Schrittreiten, damit dieser nicht unter der Lektion leidet und das Pferd z.B. kurz tritt oder die Hinterhand durch den Sand zieht.

Um zu vermeiden, dass dein Pferd in der Wendung hektisch wird, solltest du vorerst einen großzügigeren Kreis anlegen, einzelne Schritte fordern und weniger Wert darauf geben, dass das innere Hinterbein auf einer Stelle bleibt. Konzentriere dich vermehrt darauf, dass dein Pferd das innere Vorderbein und somit die Schulter beim Seitwärtstreten öffnet und mit dem äußeren Vorderbein kreuzt. Dann wird diese Reitübung wirksam.

Variationen

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Schwierigkeitsgrad Variation 1:

  1. In den Dressurprüfungen wird die Kurzkehrt nur aus dem Schritt oder Trab verlangt. Wenn du aber mehr möchtest, probiere es doch einfach mal aus dem Galopp. Wende dazu parallel zur Stange ab, kurz vor Ende der Stange parierst du dein Pferd durch zum Schritt, leitest die Wendung ein und Galoppierst nach 180° auf der selben Hand wieder an.
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Schwierigkeitsgrad Variation 2:

  1. Du kannst auch Schulterherein und Travers in die Übung einbauen. Wende hierzu wieder parallel zur Stange ab und reite an ihr im Travers entlang. Anschließend kommt die Kurzkehrt und es geht im Schulterherein auf der anderen Seite der Stange zurück zum Hufschlag. Dabei kannst du natürlich auch in den Gangarten variieren.
Deine Anna

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