Besser reiten

Rückenschmerzen beim Reiten – Das hilft wirklich

Hast du öfter beim oder nach dem Reiten Rückenschmerzen? Dann sollte dringend abgeklärt werden, ob der Auslöser dieser Rückenschmerzen wirklich das Reiten ist oder ob dein Rücken ein davon unabhängiges Problem hat. Aber lass dir gesagt sein, du bist nicht allein! Mehrere Umfragen und Statistiken ergeben, dass über 80% aller Reiter unter Rückenschmerzen leidet.

Wie entstehen Rückenschmerzen beim Reiten?

Rückenschmerzen sind vor allem nach dem Reiten ein etabliertes Thema. Dabei spreche ich nicht von Muskelkater, sondern eher von knöchernen Schmerzen. Man unterscheidet nämlich 2 verschiedene Arten von Rückenschmerzen:

  • Schmerzen aus der Muskulatur, Sehnen und Bändern und
  • Schmerzen von den Knochen und Knorpeln, sprich der Wirbelsäule.

Viele von uns üben im Alltag meist sitzende Tätigkeiten aus, nehmen Fehlhaltungen ein oder belasten sich nur einseitig. Dies ist natürlich kein spezifisches Problem von Reitern, allerdings können sich die Schmerzen durch das Reiten verstärken.

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Wieso kommen sie gerade bei Reitern vermehrt vor? Ganz klare Antwort: Weil unser Körper dabei ungewohnten Fliehkräften entgegenwirkt und Erschütterungen bzw. Stauchungen der Wirbelsäule vorbeugen muss. Gerade beim Aussitzen im Trab spüren wir jede Bewegung des Pferdes in unserem unteren Rücken. Hinzu kann eine schwache Rückenmuskulatur kommen, die die Bewegungen nicht richtig auffangen kann. Aus diesem Grund empfehlen viel (Sport-)Ärzte den Trab nur auszusitzen, wenn man keine Beschwerden im Rücken hat!

Wie oft oder wie stark die Rückenschmerzen beim und nach dem Reiten sein können, hängt auch davon ab, wie lange und wie oft du auf dem Pferd sitzt. Reitest du nur 1 Pferd oder verschiedene? Meist haben Reiter Schwierigkeiten ein schwungvolles Pferd zu reiten, wenn sie sonst auf einem eher schwunglosen Pferd sitzen, da ihr Körper eine ganz andere Arbeit leisten muss, die er nicht gewohnt ist. Das geht natürlich in die Rückenmuskulatur und kann zu schmerzhaften Verspannungen führen.

Reiten mit Skoliose

Neben Verspannungen ist Skoliose ein häufiger Auslöser von Rückenschmerzen, gerade bei ungewohnten Bewegungen. Bei Skoliose handelt es sich um eine seitliche S-förmige Verkrümmung der Wirbelsäule. Teilweise sind dabei die Wirbel noch rotiert. Das kann in verschiedenen Stärkegraden auftreten. Ist man davon betroffen, wird in leichten Fällen eine Krankengymnastik zur Stärkung der Rumpfmuskulatur verschrieben, die den Patienten ein Leben lang begleitet.

So auch bei mir. Bin ich längere Zeit nicht geritten, merke ich, wie ich oft schief auf dem Pferd sitze und es mir gerade im Galopp schwer fällt mit der Bewegung des Pferdes mitzugehen. Daraus resultieren stechende Rückenschmerzen. Mache ich aber regelmäßig Rückentraining und reite dazu mindestens 1-2x pro Woche, spüre ich keine Beschwerden!

Reiten kann bei Skoliose „helfen“, kann es aber auch verstärken. Der behandelnde Arzt sollte daher entscheiden, ob du diesen Sport fortführen darfst, oder es lieber lassen solltest. Ich hatte das Glück, dass ich weiterhin reiten darf, mit der Auflage, dass ich brav mein Rückentraining mache.

3 Tipps gegen Rückenschmerzen

  1. Rückenschmerzen sind also meist ein unabhängiges Problem vom Reiten und resultieren häufig aus zu schwacher Rumpfmuskulatur oder körperlichen Schäden aus Fehlhaltungen etc. Dagegen hilft im ersten Schritt eine Diagnose des Arztes und gezieltes Muskeltraining.
Ausgleichssport zum Reiten

Als Reiter brauchst du eine gute Kondition, Kraft, mentale Ausgeglichenheit und ein gutes Körpergefühl. Zwar baust du beim Reiten auch genau diese Punkte auf, aber besser ist es, wenn du deinem Pferd in der Fitness immer einen Schritt voraus bist. das schaffst du durch Ausgleichssport zum Reiten und nur so kannst du mit ihm mithalten und ihm ein anständiges Training bieten…

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  1. Denke daran, dass deine Fehlhaltungen sich auf den Bewegungsapparat deines Pferd übertragen! Lass dich 1x jährlich vorbeugend von einem Physiotherapeuten behandeln. Aus diesem Grund kommt auch bei Wango regelmäßig die Physiotherapeutin bzw. Ostheopatin. Du solltest abwägen, ob du dein Pferd mit reiten vielleicht eher schädigst, als es zu fördern.
  1. Reite unterschiedliche Pferde und wechsel zwischen deinen Sätteln, wenn es dir möglich ist. Durch die unterschiedlichen Bewegungen lernt dein Körper unterschiedliche Bewegungsmuster und stärkt auch sonst unbenutzte Muskelgruppen. Sitzt du auf einem Pony, sind die Tritte veil kürzer und schwungloser, als auf einem großen Warmblut.
Deine Anna

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