Reitübungen

Reitübung #11 – Power-Übergänge

Übergänge sagen viel über die Durchlässigkeit deines Pferdes und das Zusammenspiel der reiterlichen Hilfen aus. Sie fördern die Konzentration des Pferdes und Reiter lernen sich besser zu koordinieren und bewusster zu reiten.

Gleich vorweg: kann dein Pferd noch keine 3 Runden ganze Bahn am Stück in jeder Gangart losgelassen und taktrein laufen, solltest du es nicht mit dieser Reitübung überfordern. Davon sind vor allem junge und unausbalancierte Pferde betroffen. Außerdem sollte dein Pferd bereits auf gerade Strecke angaloppieren können.

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Schwierigkeitsgrad:

Trainingsziel

Das Pferd wird dazu animiert Last mit der Hinterhand aufzunehmen und vermehrt unter den Schwerpunkt zu fußen. Je nach Gangart werden verschiedene Muskelgruppen unterschiedlich angesprochen, wodurch schnell Muskeln ans Pferd kommen.

Was benötige ich?

Für die Reitübung #11 benötigt du kein zusätzliches Material. Du solltest lediglich eine Reitbahn von etwa 20x40m zur Verfügung haben und einige Bahnfiguren beherrschen. Die restlichen Anforderungen findest du in der Einleitung.

Durchführung

Verschiedene Übergänge haben verschiedene Trainingseffekte. Einfache Übergänge lösen das Pferd, schwere Übergänge verlangen erste Versammlung. Alle gemeinsam schulen die Balance des Pferdes und das Pferd gewinnt mehr Schulterfreiheit. Dabei müssen sie natürlich korrekt ausgeführt sein und der Bewegungsfluss erhalten bleiben.

Reitübung #11 - Power-Übergänge
Legende: blau – Stehen, grün – Schritt, gelb – Trab, rot – Galopp

Der Einfachheit halber habe ich als Beispiel die Übergänge nur auf der Bahnfigur „ganze Bahn“ angeordnet. Sie können natürlich auf jeder beliebigen Bahnfigur eingesetzt werden. Die verschiedenen Farben stellen die unterschiedlichen Gangarten dar. Folgend erkläre ich dir, welcher Übergang welchen Effekt für dein Pferd hat:

  • anhalten aus dem Schritt ist ein recht schwieriger Übergang, da das Pferd häufig nicht geschlossen steht. Der Reiter muss also vor allem auf die Beinstellung des Pferdes achten und es entsprechen ins geschlossene Stehen treiben.
  • anhalten aus dem Trab fällt vielen Pferden leichter, da es nur aus einem Zweitakt anhalten und sich koordinieren muss. Es schult die Versammlungsbereitschaft und Nachgiebigkeit.
  • Schritt-Trab-Schritt-Übergänge fördern die Losgelassenheit und sichern die Anlehnung.
  • Trab-Galopp-Übergänge haben einen stärkeren Effekt für die Sicherung der Anlehnung und lockern die Rücken- und Bauchmuskulatur durch ein ständiges an- und abspannen.
  • Galopp-Trab-Übergänge stabilisieren und kräftigen die Oberlinie und die Hinterhand. Der Schwung aus dem Galopp muss dabei mit der Hinterhand abgefangen werden.
  • angaloppieren aus dem Schritt schult den Versammlungsgrad, da das Pferd zum Angaloppieren seine Hanken vermehrt beugen muss. Außerdem wird die Hinterhand gestärkt und die Schulterfreiheit verbessert. Dieser Übergang ist deutlich schwerer, als aus dem Trab anzugaloppieren.

Die Reihenfolge, in der du die Übergänge anlegst, ist total egal. Du kannst dir z.B. auch bei jedem Bahnpunkt einen Übergang anlegen. Das vereinfacht diesen, denn dann hast du einen genauen Wechselpunkt. Auch für das Longieren oder die Arbeit mit der Doppellonge ist diese Reitübung bestens geeignet.

Variationen

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Schwierigkeitsgrad Variation 1:

  1. Wer mit seinem Pferd bereits so weit ausgebildet ist, dass es aus dem Stand angaloppieren kann und/oder aus dem Galopp zum Stehen kommt, dessen Pferd besitzt bereits ein sehr hohes Maß an Tragkraft, dass durch den häufigen Übergang noch weiter ausgebaut wird.
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Schwierigkeitsgrad Variation 2:

  1. Bekommst du dein Pferd bei Übergängen auf geraden Linien nicht korrekt an den Sitz und der Übergang wird folglich nur holprig ausgeführt, der kann sich an der Variation bedienen, den entsprechenden Übergang im Schenkelweichen, z.B. während der Bahnfigur „Viereck verkleinern/vergrößern, auszuführen. Schenkelweichen sollte allerdings maximal im Trab geritten werden!
    Hast du Probleme auf gebogenen Linien, so schafft der Übergang im Schulterherein abhilfe. Dabei MUSS das Pferd mit einem Hinterbein untertreten, wodurch es sich vermehrt setzt. Voraussetzung ist natürlich, dass dein Pferd ein korrektes Schenkelweichen bzw. Schulterherein beherrscht!
Deine Anna

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